Kirchengemeinde Berndorf

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Wort zum Sonntag Exaudi

Berndorf/Trumsdorf, 24. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

je mehr Geschäfte und Einrichtungen wieder öffnen, umso mehr tut es weh, dass wir nicht in der Kirche zum Gottesdienst zusammenkommen können. Bis wir eine Lösung dafür gefunden haben, bekommen Sie weiterhin das Wort zum Sonntag.

In der Epistellesung für diesen Sonntag heißt es:
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt.
Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
(Epheserbrief 3,14–21)

Die christliche Gemeinde in Ephesus droht zu zerfallen und sich aufzulösen. Unterschiedliche Auffassungen des Christseins innerhalb der Gemeinde prallen aufeinander, manche Gemeindeglieder sind wohl auch durch ihr nichtchristliches Umfeld verunsichert. Der Verfasser des Briefes erinnert die Gemeinde: In aller ihrer Unterschiedlichkeit mit ihren verschiedenen Gaben sind sie eine Gemeinde. Sie sollen zusammenhalten, denn in Christus gehören sie alle zusammen. Er hat sie zu seinerKirche gemacht. Und das ist das einzige, was zählt. Deshalb betet er für die Gemeindeglieder. Er betet, dass sie die Liebe Christi erkennen, damit sie von ihr erfüllt werden. Und er bittet, dass sie inwendig stark werden durch seinen Geist. Christus soll in ihren Herzen wohnen. Denn nur so bleiben sie seine Kirche. Nur so bricht ihre Gemeinschaft nicht auseinander. Weil der Verfasser weiß, dass Gott mehr tun kann, als Menschen jemals von ihm erbitten, lobt er ihn. Er ist sicher, er wird die Gemeinde erhalten und ihnen Wege in seiner Liebe zeigen, wie sie miteinander seine Kirche sein können.

Wir stehen als Gemeinde, als Kirche vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Viele Menschen haben gehofft, dass nach den Einschränkungen durch Corona das alte Leben weitergeht. Jetzt merken wir aber: Weitergehen kann es nur, wenn wir bestimmte Regeln wie das Abstandsgebot und die Maskenpflicht einhalten. Damit stehen wir vor einer ähnlichen Situation wie die Gemeinde in Ephesus: Wir sind verunsichert, wie es weitergehen kann. Unser Gemeindeleben, wie wir es bisher gewohnt waren und es ja auch gut und schön fanden, kann so nicht mehr stattfinden. Droht Kirche und Gemeinde sich aufzulösen?

Die wichtigste Aufgabe einer Gemeinde ist und bleibt das Gebet füreinander. In dieser Zeit beten wir um das Wesentlichste: Wir beten um die Liebe Christi, dass wir von ihr erfüllt werden. Wir beten, dass wir stark werden durch Jesu Geist. Wir beten, dass er seine Kirche erhält. Und wenn wir Gott darum bitten, dann wird er uns auch neue, kreative Wege zeigen, wie wir unser Gemeindeleben gestalten können. Wege, wie Verkündigung gelingen kann, wie Seelsorge füreinander möglich ist und wie wir uns gegenseitig stärken können.

Wie können wir unser altes Leben in unsere neue Kultur des Abstands übersetzen? Noch wissen wir es nicht genau. Aber wir werden es herausfinden. Gott helfe uns dabei! Amen.

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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Wort zum Sonntag Rogate

Berndorf/Trumsdorf, 17. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

unter den aktuell geltenden Auflagen sind Gottesdienste in unseren Kirchen leider nicht möglich. Ich versichere Ihnen aber, dass niemand – weder die Kirche, noch der Freistaat – Gottesdienste absichtlich erschweren oder verhindern will. Im Gegenteil: Bei der Suche nach Lösungen wird seit Wochen eng zusammengearbeitet. Die ersten Auflagen, die Ende April in Kraft getreten sind, wurde inzwischen schon zweimal überarbeitet. Das zeigt, dass man alles möglich machen will, was sich unter den gegebenen Umständen möglich machen lässt. Bis wir wieder in unseren Kirchen wieder Gottesdienst feiern können, bekommen Sie weiterhin das Wort zum Sonntag.

Im Predigttext für diesen Sonntag heißt es:
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
(Matthäus 6,5–15)

Spätestens seit der Grundschule sind uns diese Worte vertraut. Das Vaterunser. Wir beten es normalerweise jeden Sonntag gemeinsam. Das Vaterunser ist ein universales Gebet. An vielen Orten der Welt, in vielen Sprachen beten Menschen mit diesen Worten. Es verbindet Himmel und Erde. Mit seinen Bitten für die Welt gibt es festen Boden unter die Füße. Gleichzeitig richtet es den Blick nach oben auf den, der das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Händen hält. Es führt uns zu Gott, zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen. Jesus hat uns das Vaterunser gegeben, weil es auf den Punkt bringt, was wichtig ist. Es gibt uns auch Worte, wenn wir nicht mehr wissen, was wir sagen sollen.

Rogate – Betet! heißt dieser Sonntag. Und das sollen und wollen wir tun. Wir tun es zurzeit nicht gemeinsam in der Kirche, sondern jede und jeder für sich, vielleicht auch im stillen Kämmerlein. Aber wir tun es. Wir tun es, weil wir davon überzeugt sind, dass unser Gebet etwas bewirkt. Wir bringen die Welt im Großen und im Kleinen vor Gott. All das, was im Argen liegt, was uns freut und was uns Angst macht, worüber wir trauern, sagen wir ihm. Gerade auch in dieser Zeit, in der wir nicht zusammenkommen können, und uns so oft die Worte fehlen. Als Christen sind wir gewiss, dass Gott an dieser Welt handelt und in ihr wirkt. Im Gebet werden wir deshalb zu einer leidenschaftlich hoffenden und sich nach Vollendung sehnenden Gemeinde. Wir vertrauen darauf, dass Gott weiß, was wir brauchen, und das sogar noch bevor wir ihn darum bitten. Darum: Rogate! Betet!

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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Wort zum Sonntag Kantate

Berndorf, 10. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

die erste Welle der Corona-Pandemie ist einigermaßen bezwungen. Unter großen Vorsichtsmaßnahmen können das öffentliche Leben und die Wirtschaft nun bald wieder fast volle Fahrt aufnehmen – jedenfalls bis möglicherweise eine zweite Welle kommt. An vielen Orten werden ab Sonntag auch wieder Gottesdienste gefeiert. In Berndorf können wir leider vorerst keine Gottesdienste in der Kirche feiern. Im Kirchenvorstand haben wir beschlossen, alle Auflagen, die uns gemacht wurden, ernst zu nehmen und nicht zu tricksen oder geforderte Maßnahmen zu ignorieren. Dadurch mussten wir aber einsehen, dass die Auflagen zu hoch und unsere Kirche einfach zu klein ist, um die geltenden Abstandsregeln einzuhalten. Wir werden die Lage in den kommenden Wochen genau beobachten, und hoffen, dass wir bald eine gute Lösung finden.

In der Epistellesung für den heutigen Sonntag heißt es:
So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
(Kolosserbrief 3,12–17)

In der Gemeinde in Kolossä sind Irrlehrer unterwegs. Sie verkünden den Menschen eine Philosophie, die ganz auf den Menschen setzt und Christus und sein Wirken völlig abtut. Ihrer Meinung nach müssen die Kolosser sich ganz auf sich selbst verlassen, können sich selbst erlösen. Gott brauchen sie nicht. Der Verfasser des Briefes erinnert und mahnt die Gemeinde, was den Christen in der Taufe zugesprochen worden ist: Sie gehören zu Christus. Und bei allem, was sie tun, sind sie nicht auf sich allein gestellt. Sie können und dürfen mit Gottes Tun rechnen. Und der wirkt in ihnen nicht nur ihre Erlösung, er schenkt ihnen auch in schweren Zeiten Kraft und Durchhaltevermögen. Gott tröstet sie und hält die Gemeinde in Christus zusammen. So werden sie sein Zeugnis in der Welt. Sie sind seine neuen Menschen und können entsprechend leben.

Die letzten Wochen des Stillstands waren anstrengend und sie waren nervenaufreibend. Jeder von uns hat Verletzungen davongetragen: psychisch, finanziell oder auf andere Art. Mit den Lockerungen hatten wir gehofft, auch unser kirchliches Leben wieder aufnehmen zu können. Dass das momentan noch nicht geht, tut weh. Doch all diese Verletzungen sollten wir nicht zum Anlass nehmen, unseren Erfolg bei der Bekämpfung des Virus abzutun und verbittert zu werden. Mit Nächstenliebe und Gottvertrauen haben wir die Lage gemeistert, so gut wir konnten. Wenn wir das abtun, tun wir auch Gottes Wirken ab, der uns den Glauben, die Kraft und die Liebe geschenkt hat, durchzuhalten. Und wir vergessen, dass er sie uns weiterhin schenken wird. Als Gottes neue Menschen können wir uns darauf verlassen, dass er uns zur Seite steht. Durch ihn werden wir die Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld aufbringen, die es braucht. Er hat uns durch die letzten Wochen getragen. Er wird es weiter tun. Und dann werden wir wieder in unserer Kirche sein und mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern Gott dankbar in unseren Herzen singen.

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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Wort zum Sonntag Misericordias Domini

Berndorf/Trumsdorf, 26. April 2020

Liebe Gemeindeglieder, 

falls Sie in nächster Zeit in eine unserer Kirchen kommen, dann können Sie etwas Neues entdecken: In jeder der drei Kirchen steht eine Hirtenfigur, um sie herum liegen kleine Schafe. Die Schafe haben die Kinder im Kindergartenalter unserer Gemeinden gebastelt. Sie bekommen jede Woche Post von mir mit einer biblischen Geschichte und einer kleinen Überraschung oder Aufgabe. Diese Woche sollten sie Schafe basteln und in die Kirchen bringen. Das hat auch einen Grund: Der heutige Sonntag wird „Hirtensonntag“ genannt.

Er hat seinen Namen von der Evangeliumslesung für heute:
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.
(Johannes 10,11–15.27–30)

Spätestens seit der Konfirmandenzeit sind uns die Worte des 23. Psalms gut vertraut: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. …“ Im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus selbst als den guten Hirten. Das Bild des Hirten ist in der Bibel weit verbreitet. Will man es ernst nehmen, muss man sich von romantischen Hirtenvorstellungen trennen: Der Hirte muss das Wohl der ganzen Herde im Blick haben und nach dem Einzelnen und seinen Bedürfnissen fragen. Er muss darauf achten, dass Schwache gestärkt und Starke geschätzt werden. Hirten kennen die besten Weideplätze und führen an frisches, gesundes Wasser, sie heilen, was krank ist, sie versorgen Verletzungen, suchen die Verlorenen und holen zurück, was sich verirrt und verlaufen hat. Sie verteidigen ihre Herde und bleiben bei ihr, selbst wenn das bedeutet, sich selbst in Gefahr zu bringen. Das sind hohe Anforderungen und eine große Verantwortung! Und Jesus erfüllt sie alle.

Einem solchen Hirten vertraut man sich gern an. Da schwinden auch die inneren Widerstände gegen das Schaf-Sein. Wenn schon Schaf, dann unter einem solchen Hirten. Wenn Jesus so von sich selbst spricht, dann können wir sicher sein, dass er sich um uns kümmert, uns behütet, auch gegen die Wölfe. Verlassen wir uns also auf ihn, den guten Hirten, der seiner Herde auch in diesen Zeiten beisteht. Verlassen wir uns auf den Auferstandenen, der als König der neuen Welt auch in dieser herrscht. Gott selbst sorgt für seine Herde. Sie ist sein Eigentum. Der gute Hirte rennt nicht weg, wenn es gefährlich wird. Er lässt die Seinen nicht im Stich. Er gibt sein Leben für das ihre. Ihm folgen wir nach. Das zeigen die Schafe der Kinder. Amen.

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch 

PS: Nächste Woche wird es kein Wort zum Sonntag geben. Ich habe vom 27.04. bis 03.05. Urlaub. Die Vertretung in dringenden Fällen hat Pfarrerin Leupold aus Limmersdorf (Tel: 09228/1638).

PPS: Unser nächster Gemeindebrief wird sich verspäten. Die aktuelle Lage macht es schwierig, Termine oder Veranstaltungen festzulegen. Wir hoffen aber, dass sich in nächster Zeit einiges klären wird, sodass er möglichst bald erscheinen kann.

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Wort zum Sonntag Quasimodogeniti

Berndorf/Trumsdorf, 19. April 2020

Liebe Gemeindeglieder,

seit vier Wochen feiern wir keine Gottesdienste mehr in unseren Kirchen. Wir haben alle Veranstaltungen abgesagt, können uns nicht mehr treffen. Vielen von uns wird gerade schmerzlich bewusst, wie sehr der Gottesdienst fehlt. Uns fehlt das Zusammenkommen, das gemeinsame Hören auf Gottes Wort, unser Beten und Singen. Gerade wird intensiv an Lösungen gearbeitet, doch noch wissen wir nicht genau, wann und vor allem wie wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können. Und deshalb sind wir traurig.

In der Epistellesung für den heutigen Sonntag heißt es:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.
(1. Petrusbrief 1,3–9)

Die Menschen, an die dieser Brief gerichtet ist, werden wegen ihres Glaubens aus dem sozialen Leben ausgeschlossen. Als Christen stehen sie am Rand der Gesellschaft. Sie grenzen sich ab vom Kaiserkult und von der Verehrung anderer Götter – und werden darum nun ihrerseits ausgegrenzt, diskriminiert, bisweilen sogar verfolgt. Doch der Verfasser erinnert sie daran, dass es nicht immer so weitergehen wird. Die Christen sind neugeboren durch die Taufe, sie gehören zu Christus, sie haben ein Erbe im Himmel und deshalb können sie auch diese Zeit der Anfechtung überstehen, ja gestärkt daraus hervorgehen und sich jetzt schon freuen auf das ewige Leben bei Gott, das ihnen versprochen ist. Dafür können sie Gott loben – trotz allem.

Heute werden wir Christen nicht mehr aus dem sozialen Leben ausgeschlossen. Dafür wurde das gesamte soziale Leben wurde heruntergefahren. Ja, es ist schwer, dass wir zurzeit nicht zusammenkommen können. Unsere Trauer darüber ist berechtigt und normal. Aber ist es gut und richtig, denn die Maßnahmen dienen dem Schutz von uns allen. Und wir können ja schon sehen, wie gut sie funktionieren! Sie verfrüht und unvorsichtig aufzugeben, wäre gefährlich. Doch wir müssen nicht auf unseren Glauben und Gottesdienste verzichten. Bis wir wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern können, finden wir andere Formen. Wir leben unseren Glauben auf andere Weise, feiern Gottesdienste im Fernsehen, Radio und Internet. Wir beten und singen zuhause. Und dabei sind wir nicht allein: Wir wissen uns in Christus verbunden mit Millionen Schwestern und Brüdern weltweit. Gemeinsam überstehen wir diese Zeit. Gemeinsam lassen wir uns im Glauben stärken; wir wissen, dass diese Zeit nicht alles ist. Wir haben ein Erbe im Himmel. Daran freuen wir uns und dafür loben wir Gott – trotz allem! 

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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Wort zum Ostersonntag

Berndorf/Trumsdorf, Ostern 2020

…damit die Hoffnung blüht.

Nichts ist in den letzten Wochen so wichtig wie Hoffnung. Wir hoffen, dass bald ein Impfstoff für das Coronavirus gefunden wird. Wir hoffen, dass nicht noch mehr Menschen erkranken und sterben müssen. Wir hoffen, dass all die getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Menschen Wirkung zeigen. Wir hoffen, dass wir irgendwann wieder ein bisschen Normalität zurückbekommen.
Um leben zu können, brauchen wir Hoffnung. Wir brauchen vor allem eine Hoffnung, die auf einem festen Fundament steht. Wir brauchen eine lebendige Hoffnung, die nicht nur im Alltag hilft, sondern vor allem auch in den kritischen Situationen des Lebens. Eine Hoffnung, die uns durch Tod und Krankheit, Krisen und Katastrophen trägt. Als Christen haben wir eine solche ganz besondere Hoffnung.

Vom Ursprung dieser Hoffnung erzählt der Evangelist Matthäus:
Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.
Aber der Engel sprach zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.“ Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: „Seid gegrüßt!“ Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.“
(Matthäus 28,1–10) 

Zwei Frauen machen sich auf den Weg. Er führt sie zu dem Grab, wo der Mann hingelegt wurde, auf den sie und mit ihnen viele andere Menschen ihre ganze Hoffnung auf ein neues Leben gelegt hatten: Jesus von Nazareth. Jahrelang sind sie Jesus nachgefolgt. Sie haben seine Worte gehört. Sie haben gesehen oder von anderen erfahren, wie er Tote zum Leben auferweckt hat. Sie können sich noch daran erinnern, dass er gesagt hat: Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Dann geschah das Unfassbare, das alle ihre Hoffnungen platzen ließ: Jesus wurde festgenommen, zum Tode verurteilt und musste dann qualvoll am Kreuz sterben. Sie sahen wie der Mann, der Menschen zum Leben auferweckt hatte, leblos auf eine kalte Steinplatte in einem Felsengrab gelegt wurde.

Das, was sie am Grab erwartete, konnten sie allerdings nicht ahnen. Sie waren Augenzeugen des Todes Jesu gewesen. Jetzt sind sie Augenzeugen seiner Auferstehung. Wunderbare Zeichen geschehen am Grab Jesu: die Erde bebt, ein Engel erscheint, der große Grabstein wird fortgewälzt, die Soldaten sind erstarrt wie tote Menschen. Und der, der tot war, liegt nicht mehr im Grab.

Vom Engel hören die Frauen die Osterbotschaft: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden“. Dann gibt ihnen der Engel eine Aufgabe: „Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten.“

Falls die Frauen noch irgendwie Zweifel gehabt hätten, ob das alles wirklich sei, was da geschehen ist, dann wären diese Zweifel durch eine ganz besondere Begegnung ein für alle Mal weg gewesen: Der Auferstandene geht den beiden Frauen entgegen und zeigt sich ihnen. Voller Furcht und Freude fallen sie vor ihm nieder. Wie gerne würden sie dableiben. Sie müssen ihn aber loslassen und fort gehen, denn sie bekommen von dem Auferstandenen dieselbe Aufgabe, die sie bereits vom Engel erhalten hatten: „Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.“
Und dann gehen sie fort. Sie gehen fort, aber ganz anders als sie gekommen waren. Aus einer Nacht voller Trauer und Hoffnungslosigkeit gehen sie in einen neuen Tag voller Freude und Hoffnung. Der Herr ist auferstanden. Jesus lebt!

Heute, knapp zweitausend Jahre später, erinnern wir unser wieder an das, was damals passiert ist. Wir feiern mit Millionen Christen weltweit das Osterfest. Als wäre es ganz selbstverständlich. Weil wir sicher sich: Jesus Christus ist nicht tot. Er lebt. Und so wie Gott ihm das ewige Leben geschenkt hat, macht er es mit allen, die an ihn glauben. Das ist der Grund dafür, dass wir heute Hoffnung haben. Weil Jesus Christus auferstanden ist und lebt, kann in unserem Leben die Hoffnung immer neu aufblühen.

Dass diese Hoffnung kein leeres Versprechen ist, können wir sehen und spüren. Der Auferstandene wirkt mitten in unserer Welt. Er erschien den Frauen, er erschien den Jüngern, er wirkte in ihren Gemeinden. Das merkten und spürten die Menschen, sie wollten dazugehören und so wuchs und wuchs die weltweite Kirche. Und auch heute noch wirkt er mitten unter uns: Viele Menschen denken gerade jetzt während der Corona-Pandemie über ihr Leben und über den Tod nach. Und sie machen sich auf die Suche nach etwas, das trägt. Und dann finden sie Halt in Gottesdiensten, Liedern und Gebeten. Sie fangen selbst an zu beten. Sie begegnen dem Auferstandenen.

Diese Hoffnung trägt. Sie lässt aufstehen nach Misserfolgen und Verletzungen. Sie trägt in Krankheit und Leid. Sie setzt sich für Gerechtigkeit und das Gute in der Welt ein. Sie hält in schweren Schicksalsschlägen und unverständlichen Lebenserfahrungen. Sie tritt ein für Menschen, die unsere Zuwendung und Hilfe brauchen. Sie bleibt im Leben und im Sterben.

Deshalb: Lassen wir diese Hoffnung blühen in unseren Dörfern! 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

Ihre Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

(Der Andacht war eine Packung Blumensamen beigelegt.)

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Wort zum Palmsonntag

Berndorf/Trumsdorf, 5. April 2020

Liebe Gemeindeglieder,

heute beginnt die Karwoche. „Stille Woche“ wird sie auch genannt. Dieses Jahr ist sie wirklich eine stille Woche. Wem es möglich ist, bleibt zuhause. In unseren Dörfern sind nur wenig Menschen unterwegs, die Straßen und Wege sind meistens leer.

Ganz anders ging es am ersten Palmsonntag in Jerusalem zu. Der Evangelist Markus berichtet davon:
Und als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien an den Ölberg, sandte er zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sobald ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her! Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr das?, so sprecht: Der Herr bedarf seiner, und er sendet es alsbald wieder her. Und sie gingen hin und fanden das Füllen angebunden an einer Tür draußen am Weg und banden's los. Und einige, die dort standen, sprachen zu ihnen: Was macht ihr da, dass ihr das Füllen losbindet? Sie sagten aber zu ihnen, wie ihnen Jesus geboten hatte, und die ließen's zu.
Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber grüne Zweige, die sie auf den Feldern abgehauen hatten. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Hosianna in der Höhe!
(Markus 11,1–10)

Die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem ist eine Ouvertüre, in der schon einmal alles anklingt, was noch kommen wird. Da sind die Menschen, die ihn empfangen. Keinen roten Teppich breiten sie vor ihm aus, sondern einen Flickenteppich aus dem, was sie haben. Palmzweige vom Wegrand. Die Kleider, die sie am Leib tragen. Darin stecken ihre Geschichten; ihr Leben legen sie vor Jesus aus. Ihr Elend, ihre Hoffnungen. Den Glanz des Lebens, aber auch den Schweiß und Schmutz. Der Soundtrack dazu? Kein Triumphmarsch, nichts Herrschaftliches. Die Menschen schreien. Sie schreien ihre Sehnsucht heraus und ihre Verzweiflung. Nicht „Halleluja“ rufen sie, „Lobt Gott“, sie rufen „Hosianna“ „Hilf doch“. Hilf doch, wie dein Name es sagt: Jesus, Jeschua, der Retter.
Und dann ist er da! Der, auf den sie so lang gewartet haben. Wer ihn sieht, der kann schon ahnen: Das wird nichts mit einer triumphalen Machtergreifung. Der Einzug dieses Königs, der die Rettung im Namen trägt, ist geprägt von der Nähe zu denen, die auf ihn warten, die ganz unten sind. Er sieht ihren Flickenteppich an, den Glanz, die Tränen, den Schmerz, den Dreck. Er schaut denen ins Gesicht, die ihn gelegt haben. Wer ihm begegnet, der wird sich verändern.
Die Ouvertüre erzählt schon von der Allmacht der Liebe, die göttlich ist, weil sie menschlich wird. Diese Liebe scheut weder Schmerz noch Schuld, weder Leid noch Sterben. Doch sie überlasst sich dem nicht. Sie gibt dem Leben subversive Kraft. Sie lässt Gewalt und Hass ins Leere laufen. Und am Ende überwindet sie sogar den Tod.

Wir gehen in die „Stille Woche“. An ihrem Anfang steht der Palmsonntag. Wir gehen nicht auf die Straße, sondern bleiben zuhause. Und doch können wir Jesus alles hinlegen: unsere Sorgen, unsere Hoffnung, das Leid, die Freude, die Kranken und Sterbenden – unseren eigenen Flickenteppich. Weil wir darauf vertrauen, dass er es sieht. Weil er uns schon gezeigt hat, dass am Ende nicht der Tod steht, sondern das ewige Leben. Und das gibt uns Kraft. In einer Woche, an Ostern, werden wir das wieder feiern. Doch gerade bleibt uns der Bittruf: Hosianna, hilf doch! Hosianna in der Höhe!

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch
(Nach einer Idee von Tina Willms, Zwischen Abschied und Anfang, Neukirchen-Vluyn, 2020.)

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Wort zum Sonntag Judika

Berndorf/Trumsdorf, 29. März 2020

Liebe Gemeindeglieder,

diesen Sonntag hätten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der beiden Kirchengemeinden ihren Vorstellungsgottesdienst mit uns gefeiert. Als Thema hatten sie sich „Vertrauen“ ausgesucht und sich ans Vorbereiten gemacht. Dass das gar nicht so einfach ist mit dem Vertrauen, haben sie dabei auch gemerkt.

In einer Geschichte im Matthäusevangelium wird erzählt:
Danach drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen. Sie sollten an die andere Seite des Sees vorausfahren. Er selbst wollte inzwischen die Volksmenge verabschieden. Nachdem er die Volksmenge verabschiedet hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten.
Als es dunkel wurde, war er immer noch alleine dort. Das Boot war schon weit vom Land entfernt. Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen, denn der Wind blies direkt von vorn. Um die vierte Nachtwache kam Jesus zu den Jüngern. Er lief über den See. Als die Jünger ihn über den See laufen sahen, wurden sie von Furcht gepackt. Sie riefen: „Das ist ein Gespenst!“ Vor Angst schrien sie laut auf. Aber sofort sagte Jesus zu ihnen: „Erschreckt nicht! Ich bin es. Ihr braucht keine Angst zu haben.“ Petrus antwortete Jesus: „Herr, wenn du es bist, befiehl mir, über das Wasser zu dir zu kommen.“ Jesus sagte: „Komm!“ Da stieg Petrus aus dem Boot, ging über das Wasser und kam zu Jesus. Aber auf einmal merkte er, wie stark der Wind war und bekam Angst. Er begann zu sinken und schrie: „Herr, rette mich!“ Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen und hielt ihn fest. Er sagte zu Petrus: „Du hast zu wenig Vertrauen. Warum hast du gezweifelt?“ Dann stiegen sie ins Boot – und der Wind legte sich. Und die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder. Sie sagten: „Du bist wirklich der Sohn Gottes!“
(Matthäus 14,22–33)

Petrus glaubt an Jesus und vertraut ihm. So sehr, dass er, nur weil er Jesus gesehen hat, zu ihm über den See laufen will. Und als Jesus ihn ruft, läuft er auch einfach los. Das ist ganz selbstverständlich für ihn. Schließlich hat er in den letzten Wochen live erlebt, was Jesus sagte und tat. Immer hatte Petrus die Augen auf Jesus gerichtet. Er konnte sehen, welche Macht von Jesus ausging. Er hatte am eigenen Leib erfahren, mit welcher Macht Jesus seine Jünger ausgestattet hat. Das war sein normales Leben. Doch auf dem See blickt er sich einmal um. Er sieht die Wellen, spürt den Sturm in seinem Gesicht und bekommt es mit der Angst zu tun. Petrus wird klar, wie verrückt das ist, was gerade passiert. Auf dem Wasser laufen – das geht doch nicht! Alles Vertrauen ist weg, nur noch Angst ist da. Petrus beginnt zu sinken, er schreit. Und Jesus hält ihn.

Diese Woche ist wieder so etwas wie Normalität bei uns eingekehrt. Es war eine Woche, in der es keine neuen Maßnahmen gab. Wir konnten uns auf die getroffenen einstellen. Doch lang wird es nicht so bleiben. Das Coronavirus wird sich weiter ausbreiten, mehr Menschen werden erkranken, einige auch sterben. Neue Maßnahmen zum Schutz der Menschen werden getroffen. Und das ist richtig und wichtig. Doch manchem wird das schwerfallen, sei es aus Angst vor allem, was gerade passiert, sei es aus Unvernunft und Wut, die gerade erst gewonnene Normalität wieder aufgeben zu müssen. Vertrauen wird schwinden. Von diesen Gefühlen können und dürfen wir uns aber nicht überrennen lassen. Jesus hat uns Christen gezeigt, dass mit ihm nichts normal ist und dass unsere Gefühle nicht Herr über uns sind. Er ist über das Wasser gelaufen, er hat andere über Wasser laufen lassen. Wenn wir Angst haben, wütend sind, wenn wir sinken, wird er uns halten. Nach ihm können wir rufen, seine Hand können wir ergreifen, wenn das Vertrauen verloren geht. Denn wir tun das, was er uns vorgelebt hat: Die Schwachen schützen. Und dabei wird er uns nicht verlassen. Das hat er versprochen. Amen.

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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Wort zum Sonntag Lätare

Berndorf/Trumsdorf 22. März 2020

Liebe Gemeindeglieder,

jetzt ist alles anders. Was vor einer Woche noch selbstverständlich war, ist es jetzt nicht mehr. Die Corona-Pandemie hat die größten Auswirkungen auf unser kirchliches Leben seit dem Zweiten Weltkrieg. Leider mussten wir alle Gottesdienste und Veranstaltungen bis einschließlich 19. April absagen. Auch Hausbesuche sind aktuell nicht möglich. All diese Maßnahmen sind gut und richtig – dienen sie doch dem Schutz der Menschen. Sie machen uns aber alle auch traurig – und viele Menschen einsam.

In der Epistellesung für den heutigen Sonntag heißt es:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus

(2. Korinther 1,3–5)

Der Apostel Paulus schreibt diese Zeilen, kurz nachdem er aus dem Gefängnis in Ephesus entlassen wurde. Er hatte mit einer sicheren Verurteilung und seinem Tod gerechnet. Diese Erfahrung steckt ihm noch tief in den Knochen, davon erzählt er im weiter Verlauf des Briefes. Doch zuerst lobt er Gott und schreibt vom Trost, den er in dieser Zeit erfahren hat. Wie war das möglich? Nun, Paulus war nicht einfach besonders fromm. Diese Zuversicht, die er hatte, kam nicht aus ihm selbst. Sie wurde ihm geschenkt von Jesus Christus. Und sie wurde gestärkt, weil er wusste, dass seine von ihm gegründeten Gemeinden für ihn beteten. So konnte Paulus die ganze Zeit sicher sein: Ich bin nicht allein. Gott ist bei mir. Bei allem, was mir gerade passiert, auf ihn kann ich mich verlassen. Was auch über mich kommen mag, Gott hält und tröstet mich. Und das ließ Paulus Gott loben.

Auch wir sitzen gerade in unseren Häusern und Wohnungen, eingesperrt durch ein Virus. Aber auch wir sind nicht allein. Nicht räumliche Nähe macht uns zur Gemeinschaft, sondern Jesus Christus. Mit ihm sind wir im Glauben und im Gebet verbunden. Und wir sind dadurch untereinander verbunden. Wir beten zurzeit nicht miteinander in der Kirche – aber in vielen Häusern der ganzen Gemeinde beten Menschen, auch füreinander und für Sie. Wir wissen nicht, was in den nächsten Wochen noch alles passieren wird. Eines aber wissen wir: Egal, was kommt, Gott tröstet uns in aller Bedrängnis. Er steht uns bei. Und dafür können wir ihn loben, auch in dieser Zeit. Amen.

Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

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